AQUADOT · Ingenieurgesellschaft | Wasserbau und Küsteningenieurwesen

Videos


AQUADOT Wasserbau Küsteningenieurwesen Küstenschutz, Hochwasserschutz Hafenplanung, Hamburg Bremen Wismar
Schleuse Hilpoltstein 2012

Drei Schleusen

Main-Donau-Kanal 2012

Der zwischen 1960 und 1992 erbaute Main-Donau-Kanal (MDK) ist eine 171 km lange Bundeswasserstrasse der Klasse Vb, die den Main bei Bamberg mit der Donau bei Kelheim verbindet. Auf der Nordstrecke des Kanals werden mit 11 Schleusenbauwerken 175 Höhenmeter und auf der Südstrecke mit 5 Schleusenbauwerken 68 Höhenmeter überwunden. Die 17 km lange Scheitelhaltung zwischen der Schleuse Hilpoltstein und der Schleuse Bachhausen ist mit +406 m NN die höchste Haltung des Europäischen Wasserstraßennetzes. Der Kanal ermöglicht über seine Anbindung an den Rhein eine schiffbare Verbindung von Rotterdam an der Nordsee bis zum Hafen Konstanza am Schwarzen Meer.

Der Bau des Kanals erfolgte vom Main her beginnend im Jahr 1960. Die Strecke zwischen Bamberg bis zum heutigen Bayernhafen Nürnberg wurde im Jahr 1972 fertiggestellt. Auf der Fortführung der Strecke zwischen Nürnberg und Roth kam es im März 1979 zu einem schadenbringenden Dammbruch oberhalb des Nürnberger Ortsteils Katzwang. Die Untersuchung des Schadensfalls zeigte, dass Umspülungen einer Fernwasserleitung im Dammkörper zum Ausspülen von Dammmaterial und zum späteren Bruch des Dammes geführt haben müssen. In der Folge wurden die erforderlichen Dammstrecken so tief wie möglich trassiert und eine Führung des Kanals im Einschnitt wurde zur Minimierung des Risikos bevorzugt.

Insbesondere der Bau der Südstrecke von der Schleuse Bachhausen bis zur Schleuse Kelheim war in den 1970er und 1980er Jahren aus ökologischen, wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Aspekten stark umstritten. Ökologische Bedenken bestanden insbesondere gegen eine Fortführung des Schifffahrtskanals im Flusslauf der Altmühl südlich der Schleuse Dietfurt bis zum Anschluss des Kanals an die Donau. In diesem Kanalabschnitt wurden bis zur Fertigstellung des MDK im Jahr 1992 die größten Aufwendungen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen getätigt.

Die Schleusen des Main-Donau-Kanals weisen Nutzlängen von 190 m, Nutzbreiten von 12,0 m und Hubhöhen von 5,30 m bis 24,70 m auf. Sie sind überwiegend als Schachtschleusen mit Sparbecken ausgelegt. Mit einer Hubhöhe von 24,70 m weisen die baugleichen Schleusen Leerstetten, Eckersmühlen und Hilpoltstein die höchsten in Deutschland realisierten Schleusenhubhöhen auf. Die Schleusen des Kanals wurden ab 1966 von Norden mit der Schleuse Bamberg beginnend bis ins Jahr 1991 gebaut. Die letzte fertiggestellte Schleuse befindet sich in Berching in der Südstrecke des Main-Donau-Kanals.

Die auf dem Main-Donau-Kanal hauptsächlich transportierte Güterart sind Nahrungs- und Futtermittel, gefolgt von land- und forstwirtschaftlichen Produkten, Erzen und Schrott, Düngemitteln, Eisen, Stahl und Nichteisenmetallen sowie Steine und Erden. Die insgesamt transportierte Gütermenge auf dem MDK lag im Jahr 2011 bei 5,3 Mio. t nach 6,2 Mio. t im Jahr 2010 (Verkehrsbericht 2011, WSD Süd). Neben dem Güterverkehr spielt die Fahrgastschifffahrt, sowohl Fahrgastkabinenschiffe als auch Tagesausflugschiffe, mit über 180.000 Personenplätzen im Jahr 2011 eine wichtige Rolle.

Die Videoaufnahmen der Schleusen des Main-Donau-Kanals Dietfurt, Kriegenbrunn und Hilpoltstein wurden vom Institut für Wasserbau (IWA) der Hochschule Bremen mit freundlicher Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamts Nürnberg erstellt.



Schleuse Kriegenbrunn
Schleuse Dietfurt

Schleuse Hilpoltstein